Psychosomatik

Der Anteil psychosomatischer Patienten, die unsere Praxis aufsuchen ist hoch.

Die Psychosomatische Medizin versucht die Person in den Mittelpunkt zu stellen, letztlich um komplexe oder schon chronische Krankheitsverläufe abzukürzen.

Die Psyche muss ständig destabilisierende Gefühle abwehren. Von vielen möglichen Abwehrmechanismen ist die psychosomatische Symptombildung in den aktuellen Generationen, die in Deutschland derzeit medizinisch – psychotherapeutische Hilfe suchen, überaus häufig.
(Warum dies so ist, versteht man wenn man die Bücher der Psychotherapeutin Sabin Bode studiert.)

Prof. S.O. Hoffmann ehemaliger Chefarzt der Psychosomatischen Uniklinik Mainz (Neurotische Störungen und Psychosomatische Medizin, S. 195 / 196 Stuttgart, Schattauer 7. Auflage 2004) nutzt folgende, bewährte Kurzdefinition: Psychosomatische Medizin ist die Lehre von den körperlich – seelisch –  sozialen Wechselwirkungen in der Entstehung, im Verlauf und in der Behandlung von menschlichen Krankheiten. Sie muss ihrem Wesen nach als eine personenzentrierte Medizin verstanden werden. Psychosomatische Medizin – als unabhängiges Fach an Universitätskliniken – ist ein weitgehend deutscher Vorstoß geblieben.

Psychosomatische Erkrankungen reichen von Konversionsstörungen / dissoziativen Störungen mit mehr psychogener Ursache über somatoforme autonome Störungen, über Organerkrankungen mit psychosozialem Anteil, bis hin zu somatopsyschichen Störungen mit überwiegend somatogener Ursache.

Weitere Stichworte sind Stressregulationsstörungen, wie Ängste und Depressionen, Tinnitus, arterielle Hypertonie, metabolische Störungen, insbesondere Diabetes, Essstörungen, metabolisches Syndrom, andere Störungen des Gesundheitsverhaltens, somatoforme Störungen ohne organischem Strukturbefund.
Stressregulationsstörungen, wie Ängste und Depressionen chronifizieren vor allem wenn sie unbehandelt bleiben.

Dies kann auf dem Boden vorbestehender Persönlichkeitsstörungen geschehen.

Andererseits führen alleine schon häufig rezidivierende Depresionen, die viel Jahre unbehandelt bleiben, selber schon zu problematischen Persönlichkeitsveränderungen.

Anpassungsstörungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen unterhalten solche Prozesse.

Häufig resultieren aus unbehandelten psychischen und psychosomatischen Erkrankungen anhaltende Schmerzstörungen, chronische Rückenschmerzen, chronische Kopfschmerzen…

Posttraumatische Belastungsstörungen führen fast regelhaft zu komplexen psychosomatischen Syndromen. Die psychosomatische Behandlung verläuft meist mehrstufig:
Psychosomatische Erkrankungen bedürfen oft zunächst einer organmedizinischen Differentialdiagnostik, gleichzeitig versucht man zügig eine ausreichend tragfähige Arbeitsbeziehung zum Erkrankten herstellen. Dies ist oft ein Hürde beim Behandlungsbeginn. Oft ist es erst der zweite psychosomatisch tätige Arzt / oder Ärztin zu dem der psychosomatisch Erkrankte einen ausreichend tragfähigen Kontakt herstellt und das auch nur für ein kurzes und dami zügig zu nutzendes Zeitfenster.

Ähnlich verhält es sich bei stationären Behandlungen.Oft ist es dann erst der zweite oder dritte Aufnahmeversuch in einer psychosomatischen Klinik, der gelingt. Kliniken arbeiten dann oft mit primär wenig sprachgebundenen Therapieformen und erarbeiten Selbsterfahrung (Kunsttherapie, Ergotherapie im Sinne der Analyse von Beziehungen bei Arbeit und im Privaten, Tanztherapie, Märchentherapie etc.) Meist gelingt dann erst der Übergang zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie. Ressourcenarbeit ist zu leisten.

Psychosomatische Therapie ist wichtig bei Krebspatienten, Patienten mit Autoimmunerkrankungen (insbesondere neurologische Autoimmunerkrankungen, wie besonders MS), bei Patienten mit schwerer Migräne, mit Anfallsleiden, Chronischen Erkrankungen, Diabetes.

Bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen sind oft themenzentrierte Therapieformen, wie z.B. Traumatherapie indiziert.

Wichtig ist oft auch das Erlernen von Entspannungsverfahren, das Erleben stabiler Beziehungen, das Fördern der Fähigkeit, Affekte wahrzunehmen, zu interpretieren und sie besser differenzieren zu können.

Die Behandlung erfolgt mit einem auf den einzelnen Patienten individuell abgestimmten Therapiekonzept mit Medikamenten (oft kurz- und mittelfristig notwendig), Physiotherapie und Psychotherapie (tiefenpsychologisch fundiert, gegebenenfalls unter Einsatz des EMDR Verfahrens).