Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen

Erfahrungswerte und aktuelle Rahmenbedingungen :

Im klinischen Sprachgebrauch handelt es sich bei der Psychosomatik um die Krankheitslehre von der Wechselwirkung von Körper und Seele.

Die Psychosomatik berücksichtigt somit psychische Einflüsse auf somatische Vorgänge und die Auswirkungen somatischer Erkrankungen auf psychische Prozesse.

Die erfolgreiche Behandlung einer psychosomatischen Erkrankung erfordert anfangs häufig umfangreiche, organmedizinische Differentialdiagnostik, mit einer sich möglichst zeitnah anschließenden, intensiven, meist nicht unter 8 – wöchigen, stationären Selbsterfahrung, vermittelt durch multiprofessionell arbeitende Teams.

Anschließend ist dann erfahrungsgemäß eine ambulante, tiefenpsychologisch fundierte, Psychotherapie erforderlich.

Dies ist erfahrungsgemäß der kürzeste und für Kostenträger der preisgünstigste Weg, zur entscheidenden Besserung.

Behandlungen die von diesem Schema abweichen und vor allem in den ersten 2/3tel der Therapie auf den Einsatz von geeigneten Antidepressiva verzichten, benötigen einen psychoanalytischen Rahmen, wenn sie gelingen sollen.

Kontraindiziert ist natürlich die Gabe von Benzodiazepinen (auch solcher der Z- Klasse), von Opiaten, Morphinen, Alkohol, Cannabinoiden (auch von ärztlich verordneten) und von Ritalin & co.

In den letzten Jahren haben Kostenträger viele dieser stationären psychosomatischen Erstbehandlungen nach knapp 2 Wochen abgebrochen. Daraufhin reduzierten Krankenhäuser ihre stationären psychosomatischen Behandlungskapazitäten.

Jetzt sind bezahlbare Behandlungskapazitäten selbst für Privatversicherte knapp.

Zusätzlich versuchen Kostenträger seit etwa Ostern 2017 die psychotherapeutischen Behandlungen nur noch partiell – d.h. in Schritten von 25 Stunden und nach langen Wartezeiten, zu genehmigen.

Momentan steigt die Anzahl der krankheitseinsichtigen und behandlungsfähigen, psychosomatischen Patienten deutlich.

Sie suchen eine zielführende Behandlung.

Die oben genannten Entwicklungen, die die Behandlungen behindern, können nur

  1. zu Chronifizierungen und
  2. sehr häufig zu zusätzlichen, psychisch bedingten Schmerzsyndromen,
  3. zu kontraproduktiven Selbstbehandlungsversuchen und
  4. zu erheblich mehr an organmedizinischem Aufwand pro Einzelfall führen:

Bei den Erkrankten verfestigt sich durch Hinauszögern ein rein auf den Köper bezogenes,  vorstellungsbedingtes Krankheitskonzept, das die Organmedizin erheblich und überflüssig belastet.

Umfangreiche organmedizinische Diagnostik wird dann redundant den psychosomatisch Erkrankten zu teil, weil sie sich häufig  als Notfälle in Krankenhäusern vorstellen. Weil die Psyche nachts instabiler ist, geschieht dies nicht selten nachts.

Die dann erforderliche Ausschlußdiagnostik ist zwangsläufig umfangreicher, als die Diagnostik für organmedizinisch Erkrankte.

Die so abgerufenen Leistungen können dann nicht mehr an den organmedizinisch Erkrankten erbracht werden.

Gesundheit und Ressourcen werden so verschwendet. Das ist kontraproduktiv.

So verschlechtert man richtig effektiv das Gesundheitswesen. Dies resultiert aus einem Denken mit Scheuklappen und Zemsur, bzw. in Budgets.

Erfolgreiches Handeln, beginnt mit einem Blick über den Tellerand hinaus.

Gesundheit kommt nicht von alleine.